Letztes Wochenende haben wir eine Kaffeefahrt mit unserem Architekten Olaf Reiter nach Berlin unternommen. Unser Plan war Einblicke in (Syndikats-)Neubau-Projekte zu bekommen, mit den Bewohnenden zu sprechen, aus deren Pannen und Pleiten, Wünschen und Träumen zu lernen, um unsere eigenen Vorstellungen weiter zu entwickeln.

Das erste Ziel war die Fahrrad-Loft in Lichtenberg. Die beiden Häuser wurden von 2 Architekten gemeinsam mit der Baugemeinschaft entwickelt. Die Bewohnenden haben die Wohnungen dann gekauft, wobei die Architekten auch Teil der Baugemeinschaft sind. In den beiden Häusern wohnen über 100 Menschen. Dank dem Input einer Bewohnerin lernten wir viel zum Bauprozess, der Wohungsvergabe, dem Zusammenleben und der Architektur. Bei Kaffee und Pflaumenkuchen im kommunikativen Innenhof konnten wir den Ort auf uns Wirken lassen.

Die nächste Station war die M29. In diesem außergewöhnlichen Syndikatsprojekt trafen wir zwei Bewohner:innen, welche uns sämtliche Fragen zum Projekt beantwortet haben. Auch dieses Haus ist ein Neubau, wobei der Fokus weniger auf der Architektur (minimale Kosten!) sondern vielmehr auf das gemeinschaftliche Wohnen gelegt wurde. Uns wurde angeraten einen guten Blick auf Gruppenprozesse, Aufgabenrotation,-verteilung und -transparenz zu legen. Am Minimalkostenbauen wurden viele Vor- und Nachteile deutlich.

Nach der ausgiebigen Führung und Schnack im Garten stromerten wir noch etwas durchs Kiez. Nach einem köstlichen Dinner gab es dann am späten Abend noch einige architektonische Impressionen. Letztere vermittelten uns einen guten Eindruck welch einen Unterschied lebhafte Fassaden auf die Außenperspektive und die Ansprechbarkeit eines Hauses machen. So ließen wir den Abend ausklingen in einem gemütlichen Beat aus Architektur und Beisammensein.